Never stop improving.
Interview mit Peter Van Hoecke.

Markenentwicklung: Van Hoecke

Wie visionäres und unternehmerisches Denken Marken stark macht, zeigt der belgische Entrepreneur Peter Van Hoecke. Sein vielfach ausgezeichnetes Unternehmen Van Hoecke, marktführender Zulieferer der Möbelindustrie, verzeichnet ein stetiges Wachstum. Die Investition in den strategischen Aufbau seiner Marken zahlt sich aus.

Woher kommt Ihr ausgeprägtes Bewusstsein für das Thema Marke?

Mein Vater hat die Firma 1967 allein und von null aufgebaut. Vom Einmannbetrieb mit Auslieferung per Schubkarre hat sie sich seitdem zu einem erfolgreichen, innovativen Unternehmen entwickelt und den Change von der Massenproduktion der 90er Jahre hin zur individualisierten Serienfertigung geschafft. Spätestens da wussten wir, dass wir unsere Marktposition und Reputation durch ein stabiles Markenerscheinungsbild stärken mussten. Also haben wir uns die Zeit genommen, über Marke nachzudenken, herauszuarbeiten, wofür Van Hoecke steht und welche Werte uns antreiben. Daraus entstand nicht nur unser Logo, sondern wir haben zum ersten Mal auch unsere unternehmerische Vision formuliert.

Welche Auswirkungen hat das Wachstum auf die Markenarbeit?

Unter dem Dach von Van Hoecke bieten wir unseren Kunden – Schreinern und Möbelherstellern – nicht nur vorgefertigte Komponenten an, um ihre Prozesse zu beschleunigen. Mit unserer Marke ORGALUX erhalten sie außerdem passgenaue Inneneinteilungssysteme. Alles aus einer Hand! Als der Markt in Benelux gesättigt war, haben wir für den internationalen Markt mit TA’OR BOX ein neues Produkt im Luxussegment und eine neue Marke entwickelt. Besonders in Deutschland sind wir damit heute sehr erfolgreich und es zeigt sich, wie gut man über eine Marke kommunizieren und ans Ziel kommen kann. Natürlich nur, wenn die Markenarbeit Märkte und Zielgruppen mitdenkt. Gemeinsam mit Lighthouse® haben wir diese Aspekte in Workshops erarbeitet und in Form eines einzigartigen, konsequenten Markenerscheinungsbildes zur Umsetzung gebracht.

Auf welche besonderen Herausforderungen sind Sie gestoßen?

Die größte Herausforderung besteht darin, eine Markenidentität nicht nur zu entwickeln, sondern diese auch zu leben. Und zwar durchgängig und auf allen Ebenen. Mit unserem Markenkern „Your Expert“ müssen sich alle Mitarbeiter vom Designer bis zum Buchhalter identifizieren und danach handeln. Sonst verliert die Marke an Glaubwürdigkeit. Daran muss man laufend arbeiten.

Brand Development never stops. Muss eine Marke immer gleich bleiben?

Marken muss man laufend weiterentwickeln, aber mit Fingerspitzengefühl! Denn der Kunde wünscht sich Stabilität, auch beim Markenerscheinungsbild. Deshalb nehmen wir nur leichte Veränderungen vor. Zum Beispiel haben wir das Van-Hoecke-Logo wärmer gemacht, weil wir das beziehungsstiftende „Your“ in unserem Markenkern stärker betonen wollten. Gleichzeitig muss man den Markt genau beobachten, was passiert bei der Digitalisierung oder im Marketing generell. Heute tragen zum Beispiel Social Media und Social Selling wesentlich zum Markenaufbau bei. Eine Marke muss präsent sein, man muss sie sehen und spüren. Das heißt, man muss auf jeder Plattform agieren – in Zukunft natürlich auch im Metaverse. Ich stelle mir hier einen architektonischen, seriösen Auftritt für Van Hoecke vor.

Wie schaffen Sie es, immer innovativ zu bleiben?

VWir stellen uns jedes Jahr zwei Fragen. Erstens: Was müssen wir tun, um in drei Jahren noch relevant zu sein? Gerade als Marktführer dürfen wir uns nicht auf unseren Erfolgen ausruhen und keinen Trend verpassen. Zweitens fragen wir uns: Was würde unseren Kunden ohne unser Angebot fehlen? Wer auf diese Frage keine Antwort hat, ist nicht relevant. Wir müssen unseren Zielgruppen jedes Jahr etwas Neues bieten, um unseren Wettbewerbsvorsprung zu vergrößern. Darum setzen wir uns z.B. auch mit den Möglichkeiten des Metaverse auseinander. Ein weiteres wichtiges Innovationsthema ist die Nachhaltigkeit. Wir sind gerade dabei, das erste CO2-neutrale Unternehmen in Sint- Niklaas zu werden – und das erste in unserer Branche. Damit sind wir Vorreiter. Diese Investition unterstützt unsere Marktposition, ist gut für das Image und stärkt in Zeiten des Fachkräftemangels unser Employer Branding.

Was treibt Sie für die Zukunft an?

Auf jeden Fall die Internationalisierung des Business. Strategische Allianzen und Kooperationen mit inter- nationalen Partnern sind unser großes unternehmerisches Ziel für die Zukunft. Dabei liegt unser Fokus auf dem Verkauf, das habe ich von meinem Vater gelernt. Eine Hands-on-Mentalität, menschliche Kontakte und Beziehungen spielen dabei eine große Rolle. Daher definiere ich unser Unternehmen weder als B2B noch B2C, sondern als H2H – also Human to Human. Schließlich sind wir „Your Expert“. Wenn unsere Kunden glücklich sind, sind wir es auch.

 

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